Infrarotheizung oder Infrarotstrahler? Vor- und Nachteile erklärt

Infrarotheizungen und Infrarot Heizstrahler kann man eigentlich nicht verwechseln. Die beiden Vertreter der Kategorie Elektroheizgeräte sehen völlig unterschiedlich aus. Aber wer sich noch nie mit dem Thema befasst hat, wird sich berechtigterweise fragen, ob es zwischen Beiden Unterschiede gibt. Oder ob beide Begriffe im Grunde das Gleiche meinen. Dazu muss man sagen, dass es eine ganze Reihe von Unterschieden gibt.

Gemeinsam haben Infrarotheizung und Infrarotstrahler nur, dass sie Wärme in Form von Infrarotstrahlen erzeugen und dazu elektrischen Strom benötigen. Im Folgenden werden wir beide Elektroheizer genauer betrachten, Unterschiede und daraus folgende Einsatzgebiete herausarbeiten sowie Vor- und Nachteile aufzeigen. Danach wissen Sie genau, was die Geräte können und ob sie sich für Ihre persönlichen Heizanwendungen eignen.

Infrarotbodenheizung wird installiert

Was ist eine Infrarotheizung?

Unter einer Infrarotheizung versteht man ein flaches Paneel, das Wärme in Form von Infrarotstrahlen erzeugt und dazu elektrischen Strom verbraucht. Da die Heizung fast von ihrer gesamten Oberfläche Infrarotstrahlen aussendet, verfügt sie über einen relativ großen Abstrahlwinkel von ca. 120°. Das bedeutet, dass eine vergleichsweise große Fläche mit Wärme versorgt wird.

Einsatz einer Infrarotheizung

Infrarotheizungen lassen sich praktisch überall im Gebäude einsetzen. Da Infrarotheizungen als Hauptheizung für eine komplette Wohneinheit dienen können, sind sie für jeden Raum geeignet. In der einfachsten Ausführung werden sie als schmuckloses Paneel mit hell lackierter Oberfläche an Wand oder Decke montiert. Es sind aber auch Lackierungen in allen üblichen anderen Farben möglich und gibt sogar Infrarotpaneele, die mit Tafelfarbe beschichtet sind und tatsächlich wie eine Schultafel mit Kreide beschrieben und bemalt werden können.

Diese Tafelheizkörper werden gern in Kinderzimmern oder Küchen montiert. Aber damit sind die Gestaltungsmöglichkeiten noch lange nicht erschöpft. Der Handel bietet Infrarotpaneele mit Glasoberflächen, mit aufgedruckten Bildern, mit Spiegeln und mit Kunst- oder Natursteinoberflächen an. Somit können Infrarotheizungen an die Raumgestaltung angepasst werden und setzen häufig einen optischen Akzent, der das gesamte Raumdesign aufwertet.

Die erwähnten Spiegelheizungen werden gern in Bädern verwendet. Denn auf dem beheizten Spiegel kann sich keine Feuchtigkeit niederschlagen und man muss nach dem Duschen nicht erst den Spiegel putzen, um sich sehen zu können. Aber auch abseits vom Bad, zum Beispiel in Ankleidezimmern oder Fluren werden gern solche Spiegelheizungen verwendet. Die Gestaltungs- und Verwendungsmöglichkeiten von Infrarotheizungen sind mittlerweile sehr vielfältig. Das hat sicher maßgeblich zu deren steigender Beliebtheit beigetragen.

Vorteile

  • schnelle Wärmeentwicklung (ca. 10-15min)
  • keine Luftbewegung, keine Staubaufwirbelung
  • gesundes Raumklima
  • beugt Feuchte und Schimmel in Wänden vor
  • hoher Wirkungsgrad, nahezu 100% der Elektroenergie werden in Wärme umgesetzt
  • günstiger Anschaffungspreis
  • einfache Montage, auch durch Laien durchführbar
  • Anschluss an Steckdose, keine aufwendige Elektroinstallation notwendig
  • bequeme Steuerung durch optionale Thermostate
  • viele verschiedene Ausführungen am Markt verfügbar
  • wartungsfrei, Betriebskosten beschränken sich auf die Stromkosten

Nachteile

  • Stromrechnung fällt höher aus (Sparsamer z.B. durch Ökostrom oder durch mehr Speicherkapazität bei Infrarot-Natursteinheizung oder Keramikheizung)
  • Immobilie muss sehr gute Wärmedämmung aufweisen (wie bei allen Heizsystemen)
  • Umweltfreundlichkeit hängt von der Art der Stromerzeugung ab (Stichwort – Photovoltaikanlage)

Was ist ein Infrarotstrahler?

Ein Infrarotstrahler ähnelt den aus früheren Zeiten bekannten Elektroheizstrahlern. Allerdings sitzt an der Stelle des mit Heizdraht umwickelten Keramikstabes jetzt eine moderne Infrarotröhre. Die Gehäuse der Infrarot Heizstrahler sehen moderner aus, als bei den älteren Geräten. Aber sie bilden immer noch einen gebogenen Reflektor, mit dem die Wärmewellen gebündelt und zielgerichtet in den Raum abgestrahlt werden.

Neben den ganz einfachen Ausführungen, die nur mit einem Zugschalter ausgerüstet sind, verfügen viele Geräte heutzutage über ausgefeilte Steuerungen, mit den die abzugebende Leistung stufenweise eingestellt werden kann. Auch programmierbare Zeitschaltungen und Funkfernbedienungen mit Hilfe einer App sind möglich.

Der Infrarotstrahler erzeugt die Wärme nur mit der vergleichsweisen kleinen Röhre und nicht über eine größere Fläche, wie ein Infrarotpaneel. Dadurch ist die bestrahlte Fläche kleiner, als bei einer Infrarotheizung.

Einsatz

Theoretisch könnte man auch mit Infrarot Heizstrahlern eine komplette Wohnung beheizen. Allerdings sind die Betriebskosten durch die höhere Leistung höher als bei Infrarotheizungen und durch die kleinere wirksame Fläche wird eine größere Anzahl an Strahlern benötigt, als es bei den Infrarotheizungen der Fall ist.

Außerdem ist so ein Heizstrahler immer als technisches Gerät erkennbar und daher nicht so gut in ein Wohnumfeld integrierbar, wie eine Infrarotheizung mit ihren vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Daher werden Infrarot Heizstrahler eher als Bedarfs- und Zusatzheizung verwendet. Sie werden zum Beispiel gern als Badstrahler oder als Wärmequelle über einem Babywickeltisch eingesetzt.

Weitere Anwendungen sind zum Beispiel Werkstätten, Hobbyräume, Keller, aber auch Terrassen, Freisitze und große Festzelte. Laut IR Experten, machen sie mittlerweile sogar den beliebten Propangas-Heizpilzen Konkurrenz, da die Handhabung einfacher ist und weniger Unfallgefahren birgt.

Selbst in industriellen Umgebungen machen Infrarot Heizstrahler eine gute Figur. Hier werden sie sowohl zur Beheizung von Räumen oder Raumabschnitten, als auch als Bestandteil von Produktionsprozessen eingesetzt. Sie kommen zum Beispiel bei der Trocknung von lackierten Flächen und bei Temperierungsvorgängen in der Materialbehandlung zum Einsatz.

Vorteile

  • Wärme auf Knopfdruck
  • Sehr flexibel einsetzbar
  • geringer Montageaufwand
  • günstig in der Anschaffung
  • Innen – und Außeneinsatz möglich

Nachteile

  • höhere Stromkosten bei ineffizienter Nutzung
  • sinnvoller als Zusatzheizung und nicht als Hauptheizung

Fazit

Infrarotheizungen und Infrarot Heizstrahler sind sehr moderne und effiziente Elektroheizungen, die in den letzten Jahren ihren Platz im Heizungsmarkt erobert haben. Trotz vieler Gemeinsamkeiten, besonders im Hinblick auf die Art der Wärmeerzeugung, gibt es einige Unterschiede.

Daher ist die Infrarotheizung aufgrund ihrer Vielseitigkeit im Büro- und Wohnbereich als Hauptheizung geeignet. Die Domäne der Infrarot Heizstrahler sehen wir eher im Bereich der Zusatz- und Bedarfsheizungen sowie als Terrassen-, Werkstatt- und Freisitzheizer.

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